Dr. med. Kirsten Babilas und Prof. Dr. med. Philipp Babilas im fachlichen Austausch zur interdisziplinären Behandlung der Vulvodynie

Vulvodynie / Vestibulodynie Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie in Regensburg

Viele Frauen leiden unter anhaltenden Beschwerden im Intimbereich, deren Ursachen häufig nur schwer zu diagnostizieren sind. Typisch sind Juckreiz, Brennen oder stechende Schmerzen im Bereich der Vulva, die sich vom Schamhügel bis zum After ausdehnen können. Bereits leichte Berührungen oder das Tragen von Unterwäsche werden von Betroffenen oft als sehr unangenehm empfunden.

Diese Symptome können im Zusammenhang mit einer Vulvodynie auftreten – einer Erkrankung, die für viele Patientinnen mit erheblichem Leidensdruck verbunden ist.

Was ist eine Vulvodynie?

Die Vulvodynie bezeichnet chronische Schmerzen im Bereich der Vulva ohne eindeutig nachweisbare Ursache. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und reichen von gelegentlichem Juckreiz bis hin zu starken Schmerzen, etwa beim Geschlechtsverkehr.

Ob es sich bei der Vulvodynie um ein eigenständiges Krankheitsbild oder um ein komplexes, syndromales Beschwerdebild handelt, ist medizinisch noch Gegenstand der Diskussion. Zunehmend wird die Erkrankung jedoch als Schnittstellenthema zwischen Gynäkologie, Dermatologie und Psychosomatik verstanden.

Ursachen & begünstigende Faktoren

Studien zufolge leiden mehr als fünf Prozent der Frauen mindestens einmal im Leben an einer Vulvodynie. An der Entstehung können verschiedene Faktoren beteiligt sein, unter anderem:

  • genetische Veranlagung
  • schwache Beckenbodenmuskulatur
  • Atrophie der Schleimhaut oder des Bindegewebes
  • Muskelkrämpfe oder geschädigte Nerven im Beckenbereich
  • komplizierte vaginale Geburten
  • Störungen der Schmerzverarbeitung
  • Überempfindlichkeit gegenüber Bestandteilen der Vaginalflora (z. B. Candida albicans)
  • Pilzinfektionen oder Feigwarzen im Vaginalbereich
  • Hautreizungen durch Seifen oder Pflegeprodukte
  • autoimmune Hauterkrankungen
  • allergische Reaktionen

Gut zu wissen: Die Vulvodynie tritt nicht selten gemeinsam mit anderen funktionellen Erkrankungen wie Fibromyalgie oder interstitieller Zystitis auf.

Typische Symptome

Die Beschwerden können individuell sehr unterschiedlich sein. Häufig beschrieben werden:

  • brennende oder stechende Schmerzen im Schambereich
  • Juckreiz und Missempfindungen
  • schmerzhafte Penetration mit teils tagelang anhaltenden Schmerzen
  • vaginale Trockenheit
  • gereizte oder verfärbte Schleimhaut
  • Fissuren am hinteren Scheideneingang (oft nach Penetration)
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Blasendruck

In schweren Fällen empfinden Patientinnen bereits beim Sitzen oder Gehen starke Schmerzen und verspüren nur im Liegen Erleichterung.

Diagnostik & interdisziplinärer Ansatz

Gerade aufgrund der komplexen Ursachenlage ist eine interdisziplinäre Diagnostik besonders sinnvoll. In unserer Praxisgemeinschaft mit dem HAUTZENTRUM REGENSBURG arbeiten Gynäkologie und Dermatologie eng zusammen, um die unterschiedlichen Aspekte der Erkrankung gezielt zu berücksichtigen.

Diese enge Verzahnung ermöglicht eine differenzierte Beurteilung und bildet die Grundlage für eine individuell abgestimmte Therapie.

Therapie der Vulvodynie

Die Behandlung der Vulvodynie erfolgt in der Regel multimodal, das heißt durch die Kombination verschiedener therapeutischer Ansätze.

Medikamentöse Therapie

  • lokal wirksame und systemische Medikamente
  • Antidepressiva
  • Antikonvulsiva
  • Botulinumtoxin
  • hormonhaltige Cremes
  • Lokalanästhetika

Physikalische & manuelle Therapien

  • fraktionierte Lasertherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Physiotherapie, insbesondere Beckenbodentraining
  • Triggerpunktmassage

Entspannungs- & unterstützende Verfahren

  • autogenes Training
  • progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Biofeedbacktherapie
  • Schwimmen
  • Yoga

Bei sportlichen Aktivitäten sind insbesondere Bewegungsformen empfehlenswert, die die Beckenboden- und Rückenmuskulatur lockern.

Betreuung in unserer Praxisgemeinschaft

Als Ihre Frauenärztin setze ich gemeinsam mit meinem Team alles daran, Ihre Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Unterstützt werde ich dabei durch die dermatologische Expertise des direkt benachbarten HAUTZENTRUM REGENSBURG (u.a. Prof. Dr. med. Philipp Babilas).

Durch diese enge Zusammenarbeit kann eine bestmögliche Versorgung bei Vulvodynie gewährleistet werden.

Weitere Erkrankungen im interdisziplinären Kontext

Auch zahlreiche andere Krankheitsbilder an der Schnittstelle von Gynäkologie und Dermatologie können in unserer Praxisgemeinschaft umfassend diagnostiziert und behandelt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Vulvovaginitis
  • Ekzemerkrankungen
  • Schuppenflechte
  • genitale Infektionen wie Feigwarzen
  • wiederkehrende Pilzerkrankungen
  • Hauterkrankungen der weiblichen Brust
  • Aspekte der Anti-Aging-Medizin

Sprechen Sie mich gerne an – als Frauenarzt in Regensburg mit Spezialisierung auf Vulvodynie bin ich für Sie da.


Häufige Fragen zur Vulvodynie

Die Vulvodynie bezeichnet chronische Schmerzen im Bereich der Vulva ohne eindeutig nachweisbare Ursache. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und reichen von Juckreiz bis hin zu starken Schmerzen, etwa beim Geschlechtsverkehr.

Typisch sind anhaltende brennende, stechende oder ziehende Schmerzen im Intimbereich. Bereits leichte Berührungen, das Tragen von Unterwäsche oder körperliche Aktivitäten können als sehr unangenehm empfunden werden.

An der Entstehung können mehrere Faktoren beteiligt sein, unter anderem:

  • autoimmune oder allergische Hautreaktionen
  • genetische Veranlagung
  • geschwächte Beckenbodenmuskulatur
  • Schleimhaut- oder Bindegewebsveränderungen
  • Muskelkrämpfe oder Nervenreizungen im Beckenbereich
  • Störungen der Schmerzverarbeitung
  • Infektionen wie Pilzerkrankungen oder Feigwarzen
  • Hautreizungen durch Pflegeprodukte

Nein. Die Erkrankung wird zunehmend als komplexes Beschwerdebild verstanden, bei dem verschiedene körperliche und funktionelle Faktoren zusammenwirken können. Ein einzelner klarer Auslöser lässt sich häufig nicht bestimmen.

Häufig berichten Betroffene über:

  • brennende oder stechende Schmerzen im Schambereich
  • Juckreiz und Missempfindungen
  • schmerzhafte Penetration mit teils länger anhaltenden Schmerzen
  • vaginale Trockenheit
  • gereizte oder verfärbte Schleimhaut
  • kleine Einrisse am Scheideneingang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Druckgefühl im Blasenbereich

In schweren Fällen treten Schmerzen bereits beim Sitzen oder Gehen auf.

Aufgrund der komplexen Ursachenlage ist eine interdisziplinäre Diagnostik besonders sinnvoll. In der Praxisgemeinschaft arbeiten Gynäkologie und Dermatologie eng zusammen, um die unterschiedlichen Aspekte der Erkrankung differenziert zu beurteilen.

Ja. Die Vulvodynie kommt nicht selten zusammen mit anderen funktionellen Erkrankungen wie Fibromyalgie oder interstitieller Zystitis vor. Auch Störungen der Schmerzverarbeitung können eine Rolle spielen.

Die Betreuung erfolgt in der Regel durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt in enger Zusammenarbeit mit der Dermatologie. In der Praxisgemeinschaft mit dem werden gynäkologische und hautärztliche Aspekte gezielt kombiniert.